Drittanbieter-Tools und Lösungen im Vergleich

Wer nur wenige Rechnungen im Monat ins EU-Ausland schreibt, kommt mit dem manuellen Formular des BZSt gut zurecht. Doch ab 50 oder 100 Abfragen wird Automatisierung Pflicht, um Fehler zu vermeiden, Zeit zu sparen und Haftungsrisiken systematisch auszuschließen.

Kategorie 1: Die "Bordmittel" (Kostenlos & Manuell)

BZSt Online-Formular / Elster

Kategorie 2: ERP-Integrationen (DATEV, SAP, Microsoft)

Die meisten professionellen Buchhaltungssysteme bieten Module an, die die USt-ID-Prüfung direkt in die Geschäftsprozesse integrieren. Das ist der Königsweg für etablierte Unternehmen.

SAP-Integrationen für qualifizierte Prüfungen

Gerade in größeren Unternehmen mit SAP ERP-Systemen (S/4HANA oder ECC) ist eine nahtlose Integration von Prüfmechanismen entscheidend. Manuelle Prozesse sind hier Fehlerquellen. Viele Module ermöglichen hier nicht nur eine Validierung der USt-IdNr., sondern auch die Durchführung von qualifizierten Bestätigungsverfahren direkt aus dem System heraus. Dies reduziert manuelle Fehlerquellen und sorgt für eine lückenlose Dokumentation, die auch einer Betriebsprüfung standhält.

Erfahren Sie mehr über USt-ID Prüfung in SAP (Mercoline) →

Kategorie 3: Spezialisierte SaaS-Tools & APIs

Es gibt diverse Anbieter am Markt (z.B. Vatify, USt-ID prüfen.de, eClear etc.), die sich auf Compliance spezialisiert haben. Diese Lösungen sind oft außerhalb des ERP (führt zu doppelter Datenhaltung) oder sind über APIs verbunden.

Funktionsumfang moderner SaaS-Lösungen

Vergleichstabelle: Welches Tool passt zu mir?

Merkmal Manuell (BZSt) ERP-Integration Spezial-Tools (SaaS)
Kosten 0 € Mittel (Modulpreis/Wartung) Monatliche Abo-Gebühr (je nach Volumen)
Aufwand Hoch (manuell) Sehr gering (automatisch) Gering (Upload/API)
Überwachung Nein Ja (in jedem Geschäftsprozess integriert) Ja (Kernfeature, tägliches Monitoring)
Rechtssicherheit Hoch (wenn dokumentiert) Hoch (Systemprotokoll/Audit Trail) Hoch (Audit Trail)
Empfehlung für Existenzgründer, Wenig-Exporteure KMU mit fester Buchhaltung, Industrie E-Commerce, Online-Shops, Konzerne mit heterogener IT

Checkliste: Software-Auswahl

Bevor Sie sich für ein Tool entscheiden, fragen Sie den Anbieter:

  1. Nutzt das Tool die BZSt-Schnittstelle (qualifiziert) oder nur VIES?
  2. Werden die Antwort-Codes ("Stimmt überein", "Gültig") unverändert gespeichert?
  3. Gibt es eine "Fuzzy Search" für Adressen, um Tippfehler zu tolerieren?
  4. Wie lange werden die Protokolle gespeichert (10 Jahre Aufbewahrungsfrist)?
  5. Gibt es eine API für mein Shopsystem?

Fazit: Investition in Sicherheit

Fragen Sie sich: Wie hoch ist das Risiko einer Rückforderung? Wenn Sie Waren für 50.000 € steuerfrei liefern, ist die Investition von 20-50 € im Monat für ein Überwachungstool vernachlässigbar im Vergleich zum Schaden von 9.500 € Umsatzsteuernachzahlung (plus 6 % Zinsen pro Jahr!). Automatisierung ist hier keine Kostenfrage, sondern eine Frage der Risikovorsorge.

Nächster Schritt: Leiten Sie aus dem Tool-Entscheid einen verbindlichen Ablauf für Ihr Team ab und nutzen Sie die Dokumentations-Checkliste für die Umsetzung im Tagesgeschäft.

Primärquellen